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Movimiento Comunal - Die Bürgerbewegung

Movimiento Comunal - Die BürgerbewegungDas Movimiento Comunal ist eine ehrenamtliche Organisation, die sich um die Probleme der Bevölkerung in den ganz armen Stadtteilen Chinandegas kümmert. In dieser Bewegung organisieren sich alle, die Interesse haben, etwas für ihr "barrio" zu tun. Ihr Arbeitsprinzip ist die "Hilfe zur Selbsthilfe". Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen "Gesundheitsvorsorge" und "Rechtsberatung".

Vor einigen Jahren engagierten sich in der Gesundheitsvorsorge Frauen und Männer, die in der Zeit der sandinistischen Regierung zusammen mit dem Gesundheitsministerium Impfkampagnen gegen Polio, Diphterie und Tetanus durchführten. Diese Aktiven nannten sich "Gesundheitsbrigadisten". Auch der Vorbeugung von Durchfall- und Fieberkrankheiten, wie Cholera, Malaria und Dengue widmeten sich die freiwilligen GesundheitsarbeiterInnen, denn dies sind häufig auftretende Krankheiten in Chinandega, die besonders Kleinkinder betreffen.
Nach einem Motivationstief nach der Abwahl der Sandinisten 1990 hat das Movimiento Comunal in der letzten Zeit hauptsächlich die Bewegung der GesundheitsbrigadistInnen wieder belebt. 80 junge Frauen und Männer wurden in Workshops zum Thema "Reproduktive Gesundheit und Familienplanung" unterrichtet und darin geschult, dieses Wissen in ihren Vierteln weiterzugeben.

In den Bereich Gesundheit gehört auch eine Akupunktur-Klinik, die in den Räumen der Bürgerbewegung vor fünf Jahren eingerichtet wurde. Für die Mehrheit der armen Bevölkerung Chinandegas ist Gesundheit, der Besuch eines Arztes oder des Krankenhauses unbezahlbar geworden. Die Akupunktur-Klinik bietet eine Alternative, da die Behandlung günstig angeboten wird (10 Cordobas = 1,- US-$) und Naturheilmittel zu 5 Cordobas. Die Bürgerbewegung will hier helfen, in dem sie Naturheilmittel und Akupunktur zu erschwinglichen Preisen propagiert.

Im Rechtsberatungsbüro, das ebenfalls seine Räume im Haus der Bürgerbewegung hat, werden Interessierte bei jeder Art von Rechtsproblemen kostenlos beraten. Diese Arbeit haben ehrenamtliche Mitarbeiter, die von der Menschenrechtsorganisation CENIDH (Nicaraguanisches Zentrum für Menschenrechte) unterwiesen worden sind, übernommen. Sie bearbeiten 50 bis 60 Fälle pro Monat, hauptsächlich Fälle von Gewalt und Missbrauch von Mädchen und Frauen, das Einklagen von Alimenten und die Wahrung der Rechte der Kinder. Sie begleiten aber auch straffällig gewordene Jugendliche und Erwachsene zur Polizei und bei gerichtlichen Verhandlungen und unterstützen entlassene Strafgefangene in ihrer Resozialisierung.
Das Rechtsberatungsbüro spielte auch eine wesentliche Unterstützerrolle bei der Legalisierung der kleinen Grundstücke in den ärmeren Vierteln Chinandegas. Diese waren zur Zeit der sandinistischen Regierung verteilt worden, doch ihr legaler Status nach Wahlniederlage der Sandinisten zunächst ungeklärt. Inzwischen sind die meisten der kleinen Grundstücke legalisiert.
Im November 1998 hat das Movimiento Comunal all seine Kräfte zur Hilfe der Opfer des Hurrikans Mitch eingesetzt. Es schickte Rettungs- und Evakuierungsteams in die Dörfer und Gemeinden in der Umgebung Chinandegas, die am stärksten betroffen waren. Sie richteten Not- und Behelfslager in Schulen und anderen Orten ein, die zumindest minimale Bedingungen dafür boten. Sie organisierten Sammlungen in den Stadtvierteln für Kleidung, Schuhe, Medikamente und Nahrungsmittel und brachten diese in die betroffenen Gebiete.

Leverkusen finanzierte 1991 eine Anti-Cholera-Kampagne, die das Movimiento Comunal organisierte und durchführte. Die Bürgerbewegung wird jährlich mit einem Teil des Erlöses des Chinandega-Cups und aus Landesmitteln Nordrhein-Westfalens (0,50 DM pro Einwohner/Stadt für kommunale Entwicklungszusammenarbeit) in ihrer Arbeit unterstützt.

Dieser Bericht wurde am 24.02.2005 hinzugefügt.

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