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Neue HorizonteDie Schule für Behinderte Kinder "Rafaela d'Arbelles"

In einem armen Land behindert zu sein, bedeutet normalerweise völlig am Rande der Gesellschaft vergessen zu werden. Das Bewusstsein über behinderte Menschen hat sich jedoch in Nicaragua in der Zeit der sandinistischen Regierung stark verändert. Es entstand eine Organisation für behinderte Kinder, "Los Pipitos", und in vielen Städten Schulen für behinderte Kinder. In Chinandega gibt es die Schule "Rafaela d'Arbelles".

Die Behindertenschule "Rafaela d'Arbelles" erhält vom Staat wie alle anderen staatlichen Schulen die Gehälter für die LehrerInnen, alles andere muss sie mehr oder weniger selbst bestreiten. Jeder weiß, dass die Arbeit mit behinderten Kindern kostenintensiv ist, sowohl die Anschaffung des besonderen Mobiliars als auch die Beschaffung von didaktischem Material. Aus Leverkusen erhält diese Schule nun seit Jahren finanzielle Unterstützung zum Kauf von didaktischen Materialien.

Die Schule betreut zur Zeit 107 SchülerInnen mit verschiedenen Behinderungen. Ein großes Problem ist, dass der schuleigene Kleinbus, der dem Schülertransport diente, nicht mehr funktionsfähig ist. Er wurde schon mehrfach repariert, hat aber nun endgültig seinen Geist aufgegeben. Für Kinder aus den weiter entfernt liegenden Stadtteilen, die von den Eltern nicht gebracht werden können, ist das schlimm. Sie können nicht am Unterricht teilnehmen.

So haben Fátima Montealegre und Damarys Alvarado, die seit Jahren in der Behindertenbetreuung tätig sind, das Projekt "Neue Horizonte" entwickelt. Dieses Projekt bezieht sich auf behinderte Kinder in der ländlichen Umgebung Chinandegas (Villa 15 de Julio, Las Grietas, San Juan de las Pencas, El Higueral, San Lucas), die keine Möglichkeit haben, die Schule in Chinandega zu besuchen, da ihre Eltern nicht über die Mittel verfügen, ihren Transport zu bezahlen. In diesen Dörfern leben hauptsächlich LandarbeiterInnen, die in den 60er bis 80er Jahren in den Bananenplantagen gearbeitet haben, wo zu dieser Zeit intensiv mit stark gesundheitsschädigenden Insektiziden gearbeitet wurde. Dies wird deshalb als eine der Hauptursachen für die Geburt vieler behinderter Kinder angesehen. Erschwerend kommt die extreme Armut hinzu, in der die meisten Familien auf dem Land leben. Starke Unterernährung der Kinder ist die Folge.

Um diesen Kindern wenigstens minimale Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, schulen die LehrerInnen der Behindertenschule die Eltern, damit diese ihre Kinder fachgerechter betreuen können. Dazu gehört auch die Bereitstellung von behindertengerechtem Mobiliar.
Dieses Projekt läuft seit 1998. Sie haben Versammlungen in den jeweiligen Ortschaften organisiert, an denen Krankenschwestern, Ärzte, Hebammen und Gesundheitsbrigadisten teilnahmen, um einerseits die Problematik bekanntzumachen und andererseits eine Erhebung über die Anzahl und Adressen der behinderten Kinder zu bekommen. Anschließend wurde mit den Hausbesuchen begonnen, um die Eltern für die Schulungskurse zu gewinnen. Die Kurse beinhalteten folgende Themen:



1. Prävention von Behinderungen
2. Betreuung von geistig behinderten Kindern
3. Das gehörlose Kind zu Hause und in der Gemeinschaft
4. Helfen wir den Kindern mit zerebraler Paralyse
5. Betreuung von blinden Kindern
6. Wir erarbeiten Spielmaterial für unsere Kinder

Nach Durchführung dieser Kurse bleiben die Hausbesuche die wichtigste Aktivität, um den Eltern weiterhin Unterstützung zu geben. Insgesamt haben sie mit 52 Familien gearbeitet, in denen ein behindertes Kind lebt. Von den 52 Kindern sind 32 Mädchen und 20 Jungen.

Hurrikan Mitch hat die Projektarbeit zeitweise lahmgelegt, denn das Projektgebiet und die von dem Wirbelsturm betroffenen Gebiete sind identisch. Inzwischen haben Fátima und Damarys die Arbeit wieder aufgenommen und sich insbesondere auch um Hilfe für die geschädigten Familien gekümmert

Dieser Bericht wurde am 24.02.2005 hinzugefügt.

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