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Die Trinkwasserprojekte

Die TrinkwasserprojekteSauberes Trinkwasser und eine geordnete Abwasserbeseitigung sind keine Selbstverständlichkeit in den ländlichen Gebieten der Stadt Chinandega.
Vielerorts müssen die Menschen nach wie vor das benötigte Wasser aus entlegenen Brunnen in offenen Tonnen auf Pferde- und Ochsenkarren oder zu Fuß mit Eimern nach Hause transportieren. Durch den Jahrzehnte langen intensiven Pestizideinsatz im Baumwollanbau ist dieses Wasser allerdings von zweifelhafter Qualität und kann darüber hinaus unter den unhygienischen Bedingungen sogar zur Ausbreitung von Cholera und Typhus führen.

Bald nach Abschluss der Städtepartnerschaft folgte Leverkusen deshalb dem Vorschlag von Chinandega, bei den Hilfen für die Partnerstadt die Versorgung mit Trinkwasser in den Vordergrund zu stellen. Drei Stadtteile, in denen die Situation besonders beklagenswert war, sollten zuerst von der Leverkusener Hilfe profitieren: La Mora, La Bolsa und Belén.

Unter schwierigen Bedingungen haben seitdem Fachleute mit europäischem Know-How und die Bewohner die Trinkwasserversorgung aufgebaut. Durch vulkanisches Gestein wurden Brunnen gebohrt, die zu tiefen, guten Wasserschichten führen. Mit Schaufeln und Hacken haben die Bewohner Gräben ausgehoben und die Leitungen bis zu ihren Häusern verlegt. Unter Anleitung der Entwicklungshelfer entstanden mit selbst gebrannten Ziegelsteinen "Herzchenhäuschen", die endlich eine hygienische Abwasserbeseitigung gewährleisten. Schulen erhielten Trinkwasser und antiseptische Toiletten. Nicht zuletzt gab es Schulungen für die Bewohner dieser rückständigen Gebiete, in denen Gesundheitsvorsorge auch für diejenigen gelehrt wurde, die nicht lesen und schreiben können. Dies ist nach ansicht von europäischen experten im besten Sinne geeignet, um die hohe Säuglingssterblichkeit sowie Seuchen nachhaltig zu bekämpfen.

Heute lässt sich das Ergebnis sehen. Große Wassertanks in den Stadtteilen künden mit unübersehbaren Buchstaben von der "Hilfe aus Leverkusen". Insgesamt 8.000 Personen haben nun sauberes Trinkwasser und eine hygienisch akzeptable Abwasserbeseitigung. Das ist ein Viertel der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten Chinandegas. Auch die Verwaltung ist gesichert: In eigens gebildeten Kooperativen verwalten die Bewohner den Verbrauch des kostbaren Wassers selbst und halten das Leitungsnetz in Stand.

Nach der Unwetterkatastrophe von 1998, in der sich die Anlagen auf das Beste bewährt haben, vereinbarten beide Städte, sich bei dem Wiederaufbau auf diese erprobten Bereiche zu konzentrieren. Langfristig sollen auch weitere Stadtteile in die Wasserversorgung einbezogen werden.

Dieser Bericht wurde am 24.02.2005 von Ursula Siewert, Fachbereich Rat und Bezirke der Stadt Leverkusen hinzugefügt.

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